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Fürther Nachrichten  -  Marion Reinhardt 2011

 

Klang der Farben

Die Gemälde der Cellistin Rosalind Porter - 14.12.11 Fürther Nachrichten

FÜRTH - Eine unwiderstehliche Sogkraft strahlen die Ölbilder der Malerin Rosalind Porter aus. Dabei sind es nicht nur die delikaten Blaunuancen, sondern vor allem die atmosphärische Ausstrahlung ihrer dramatischen Landschaften, denen man sich nur schwer entziehen kann. Im Kunstraum Rosenstraße zeigt die Künstlerin unter dem Titel „Zweitehaut“ einen Ausschnitt aus ihrem bildnerischen Schaffen.

Rosalind Porters künstlerische Karriere begann mit einem Violoncello-Studium. Als Profimusikerin war sie Mitglied in verschiedenen Sinfonie-Orchestern. Parallel dazu entdeckte sie aber Malerei und auch Bildhauerei für sich — ihre „zweite Haut“. Und das nicht weniger professionell.
In ihren Bildern spielt sie virtuos mit der Wirkung der Farben und des Lichts. „Blaues Tal“ ist ein Rausch aus Blau und Türkis, in den man am liebsten ganz und gar eintauchen würde. Die kühlen Farbtöne sind es, die die Palette der Malerin bestimmen. Aber es muss nicht immer blau sein.

Gewalt der Natur

„Eingebettet“ ist ein Traum von einer Landschaft in Violett. In der Mitte funkelt wie ein Kristall ein glasklarer, bläulich-schimmernder See. Doch trotz des traumhaften Szenarios fehlen diesen Landschaften jegliche romantische Züge. Sie sind nicht süßlich-idealisiert, sondern lassen die Naturkräfte wie Wind, Nässe und Kälte in ihrer ganzen Gewalt unmittelbar erspüren. Und immer lotet Porter den Horizont und die Weite aus. Einzelne Figuren bettet sie ganz zart angedeutet in diese Landschaften ein. So auch bei der „Winterreise“, einem Bild, das die eisige Luft beinahe körperlich wahrnehmen lässt. Ein Luftwirbel erfasst einige Körper, die als Schatten über den Himmel huschen. Porter dazu: „In einigen Bildern wird es langsam surrealistisch.“ Das will sie nicht immer zulassen, doch die Künstlerin braucht diese Elemente als Ausdruck für das, was hinter ihren idealen Landschaften steckt: „Sie stehen für die Großartigkeit der Natur, denn sie ist viel größer als der Mensch.“

Großes Einfühlungsvermögen

Die Malerin und langjährige Profimusikerin vor einem ihrer gänzlich unromantischen Landschaftsbilder.

Foto: Thomas Scherer

Im Kontrast dazu steht das großformatige „Girl“, das Bildnis eines Kindes, von Porter mit großem Einfühlungsvermögen gemalt. In der Wahl der technischen Ausführung — beinahe trockener Farbauftrag und sehr zurückgenommene Farbigkeit — unterstreicht sie die Zerbrechlichkeit dieses Mädchengesichts.
Parallel zu ihren Bildern arbeitet die 1950 in London geborene und seit 2001 in Nürnberg lebende Künstlerin auch experimentell mit Acryl und gerissenem Karton. Einige Skulpturen ergänzen die Ausstellung, so der kleine Pferdekopf „Chimäre“. In seiner groben Oberflächenstruktur hat er eine faszinierende archaische Ausstrahlung und wirkt beinahe wie ein antikes Ausgrabungsstück.
Rosalind Porter, „Zweitehaut“ bis 30. Januar 2012, Kunstraum Rosenstraße 12, Fürth.

 

Dr. Joachim Stark - M.A. Kunstgeschichte, Nürnberg 2009

Rosalind Porter's Landschafts-Malerei verwendet keine kompositorischen Merkmale der Tradition. Ihre Bilder haben oftmals keinen Bezug zu einer konkreten, existierenden Landschaft und selbst da, wo der Titel des Bildes eine bestimmte Landschaft nennt, wird das Bild zur Metapher von etwas anderem, nämlich seelischen Empfindungen und Zuständen. Insofern steht sie in der Tradition der Romantik. Das mag auf den ersten Blick nicht sofort erkennbar sein, da die Bilder oft stark abstrahierend wirken. Aber es geht darum, emotionale Zustände festzuhalten und im Betrachter zu evozieren.

Durch die Komposition werden dunkle, mitunter klaustrophobische Stimmungen transportiert. Erdfarbene oder tiefblaue Farbmassen beherrschen den Vordergrund, ein Mittelgrund wird selten sichtbar. Stattdessen erhebt sich hinter der Horizontlinie ein Licht, das den Ausweg zu weisen scheint aus den verschatteten Vordergründen. Doch sie wollen erst durchschritten und überwunden sein. Und ob das den meist einsamen, schemenhaften Figuren im Vordergrund gelingt, ist offen.

Diese Landschaften, aber auch Rosalind Porters gelegentliche Ausflüge in das figurative Genre mit Stillleben und Interieurs, zeigen uns Situationen, die den Menschen einengen, ihn mit übermächtigen Kräften zu beherrschen suchen. Sie zeigen das Verflochtensein in das irdische Dasein mit all seiner Unfreiheit, seinen Zwängen, seiner Vergeblichkeit. Die Zeichen der Hoffnung erscheinen nur an einem fernen Horizont.

 

Fürther Nachrichten - C. Schuller 2007

Die Sichtweise der britischen Malerin ist eine im besten Sinne romantische. Nicht kitschig, nicht schulmädchenzimmerhaft, sondern so, wie Goethe in seiner Romantik-Phase die Welt verstand: Sehr wohl basierend auf naturwissenschaftlichen Gesetzen, aber mit einem unlösbaren Rätsel, das im Kern schlummert und in einen Schleier eingehüllt ist. Der ist zwar transparent, verbirgt aber doch das Entscheidende und schützt somit den Menschen vor einer endgültigen Entzauberung.

Eben dieser Schleier scheint über vielen von Porters Bildern zu schweben. Das Licht, in das die Londonerin ihre Szenen taucht, erinnert an Turner, bei näherer Betrachtung jedoch stellt man fest, dass es nicht so strahlend, sondern weicher, fast cremig ist. Nicht umsonst heißt eine vierteilige Bildreihe “Ätherisch”.

Die Täler sind tief grün, die Himmel weit, die Menschen völlig eingebettet. Details wie Boote oder Rosen werden magisch. Frauen haben im Porter-Kosmos eine besondere Bedeutung. Ob sie Feen, Elfen oder Schamaninnen sind, mag man nicht zu sagen. Der Betrachter spürt jedoch, dass es sich um Wesen mit außergewöhnlicher Begabung handelt.

Als ausgebildete Musikerin - Porter ist Cellistin - rhythmisiert sie auch ihre Bilder. Die Strukturen schwingen sanft, schlagen Wellen. Mal sorgen die klug angeordneten Farben dafür, mal das Papier wie bei der Reihe “Gerissen”. Hier blickt eine Künstlerin mutig und zugleich verträumt hinter innere Vorhänge und gewährt auch dem Publikum aufschlussreiche Einsichten.

 

 

 

 

NN Forchheim - Guldner 2007

Rosalind Porter lebt aus ihrer Metaphysik heraus. Bei genauerem Hinsehen tauchen immer wieder schemenhaft Figuren in der Vordergrund, oder sind nur am Bildrand zu sehen. Die farbigen Massen imVordergrund sollen dabei nicht nur ein ansteigendes Gebirgsmassiv darstellen, sondern symbolisieren die Fülle dessen, was sich im Leben angesammelt hat.

In Ihren Bildern arbeitet die Künstlerin die “Macht des Lichtes” heraus.

 

 

 

 

Theater Greiz - Winfried Arenhövel, Greiz 1997

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Ihr Hauptthema,“Horizonte” ist der immer wiederholte Versuch, Begrenzungen aufzuheben oder zu hinterfragen. Sie beschäftigt sich mit der sichtbaren Grenzlinie zwischen Himmel und Erde, zwischen außen und innen, realer Wirklichkeit und zu ergründender Seelen-Welt. In Ihren durch eine ganz individuelle Farbigkeit auffallenden Bildern sucht sie diese Grenzlinie auszudeuten.

Bei den vorwiegend in Öl gearbeitet Landschaften tritt die Realitätsgestaltung zunehmend zugunsten einer geistig-emotionalen Auseinandersetzung zurück. Sie hat das malerische Handwerk gründlich genug erlernt, um sein Regelwerk mißachten zu können. Die Bildeschöpfungen üben eine eigenartige Faszination aus, der man zunächst nicht bewusst ist. Ihre Wirkung ist jedoch lang anhaltend, wie immer wieder bestätigt wird.

Bescheidenheit läßt die Malerin sagen: “Ich versuche Licht und Atmosphäre einzufangen, mich selbst aber aus dem Spiel zu lassen.” Wäre es so, besäßen die Bildwelten Rosalind Porters nicht jene langwirkende Eindringlichkeit, ihre schwebende, heitere Leichtigkeit, ihre bestechenden Klangfarben.

Ihre Bilder faszinieren deshalb, weil sie mit der ernsthaften, sich selbst immer wieder hinterfragenden Künstlerpersönlichkeit übereinstimmen.

 

 

 

 

Erlanger Nachrichten - Ute Koch. 1994

“Horizonte”, so lautet der Titel ihr Ausstellung in der KVE-Galerie im Palais Stutterheim, sei denn auch nur sinnbildlich gemeint.

In der Statik, Schwere und Melancholie dieser träumerisch-poetischen Visionen von Landschaft findet sich eine hochsensiblen Vergeistigung - lähmende Stille und Zeitlosigkeit - die in diffuser, introvertierter und irrationaler Farbensprache Natur zu begreifen und gleichzeitig den emotionalen Überschwang einzufangen sucht, den dieser Dialog evoziert.

Den Darstellungen, die von subtilen, sensiblen Farbwerten leben, versteht sie eine magische Stimmung zu entlocken. Diese Bilder tun ganz langsam ihre Wirkung.